Informationsschaum

Einträge vom Januar 2009

Seen in Berlin – Dircksenstr.

25. Januar 2009 · the_peppermint

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Colberts Larry Lessig Remix

23. Januar 2009 · BrutusD

Dieses Video hat mich gerade wie ein kleines Mädchen lachen lassen. Es geht um Copyright, Remixing und Dancebeats:

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Amphitryon im Maxim Gorki und das Theater an sich

19. Januar 2009 · BrutusD

 Hermes und SosiasAm Montag sah ich im Maxim Groki Theater Kleists “Amphitryon” und während ich mich köstlich amüsierte, sind mir sogar die Vorteile des Theaters an sich bewusst geworden. Was es vom Kino unterscheidet. Das Publikum und die Schauspieler befinden sich in einem Raum. (Tjahaaa!!) Eigentlich scheint das ziemlich banal und wahrscheinlich nimmt der Effekt mit zunehmender Größe des Publikums ab, aber diese gegenseitige Anwesenheit intensiviert die gemeinsame Erfahrung. Die Handlung nur  ein paar Meter von dir weg auf der Bühne anstatt abstrahiert auf der Leinwand verfolgen zu können kann ein echter Gewinn sein. Was du anguckst sind echte Menschen, echte Gesichter, nicht nur deren Abbilder. Natürlich ist Theater oft abstrahierter als Kino. Man geht in ein Theaterstück ja gerade zu mit der festen Hoffnung hoffentlich gut etwas vorgemacht zu bekommen. Schon allein durch das Vorhandensein der Bühne ist klar, dass hier nicht die “echte Welt” gezeigt wird. Ein Film gibt sich da mehr Mühe, alles so aussehen zu lassen wie das echte Leben nur geschickt in Szene gesezt. 

Kleists Amphitryon ist im Grunde ein “typische” Verwechslungskomödie. Hier kurz die Handlung aus der Wikipedia:

Alkmene erwartet die Rückkehr ihres Gatten König Amphitryon aus dem Krieg gegen die Athener. Statt seiner erscheint ihr jedoch Jupiter in der Gestalt ihres Gatten, und die beiden verbringen zusammen eine Liebesnacht. Als am nächsten Morgen der echte Amphitryon nach Theben zurückkehrt und Alkmene ihm von der vermeintlich gemeinsam durchlebten Nacht erzählt, fühlt dieser sich von seiner Frau betrogen. Jupiter erscheint Alkmene erneut in der Gestalt ihres Gatten und erklärt ihr, dass der Donnergott selbst sie besucht habe. Als sich am Ende die beiden Amphitryon-Gestalten gegenüberstehen, halten sowohl die Feldherren als auch Alkmene den Jupiter-Amphitryon für den wahren. Jupiter klärt das Missverständnis auf und gewährt Amphitryons Wunsch nach einem Sohn. Spiegelbildlich dazu gibt es eine komische Ebene, auf der Merkur die Gestalt des Sosias annimmt, es im Gegensatz zu Jupiter aber unterlässt, dessen Gattin Charis zu verführen.

Bei Sosias und Merkur ist dies besonders komisch und tragisch. Direkt am Anfang trifft Sosias auf seinen Doppelgänger, der ihn schließlich so lange prügelt bis er selbst zugibt nicht der echte Sosias seien zu können. In der Gorki Inszenierung ging man noch einen Schritt weiter. Der Sosias-Darsteller selber sah scheinbar ein, nicht der echte Sosias-Darsteller seien zu können. Schließlich ist da jemand im selben Kostüm, der teilweise sogar den selben Text spricht. Er zieht sich also die Perrücke vom Kopf, hüpft von der Bühne und wünscht den Zuschauern noch einen schönen Abend, während er durch den Zuschuaerraum den Saal verlässt. Etwas Ähnliches kann man im Film nicht erwarten – außer vielleicht bei Monty Python. Aber das ist nicht bloß Spielerei und Kinkerlitzchen, sondern für das Stück hinzugewonnene Tiefe. Identitätsfindung und Verlust werden hier unter neuen Aspekten betrachtet

So ein Hinzugewinn ist meiner Ansicht nach ein Zeichen der Qualität eines Textes, die ein weiterer Vorteil des Theater sind. Texte wir der von Kleist, die es geschafft haben trotz ihres Alters immer wieder Menschen zu begeistern, sie zu bewegen, haben einfach ihre Qualität bewiesen. Sie haben schon gezeigt, dass sie mehr beinhalten, als es auf den ersten Blick scheint. Nicht dass das Kino nicht auch spannende und bewegende Geschichten  zu bieten hat, aber ob diese Geschichten die Tiefe haben ihre Entstehungs-Zeit und -Kultur zu überdauern kann nur die Zukunft wirklich zeigen. Das Theater hingeben bietet viele Texte, die schon eine erstaunliche Tiefe bewiesen haben. Und ein gutes Theater zeichnet sich wie beim Film dadurch aus, dass man sich nur auf das Stück einlassen muss, auf die Handlung nicht auf eine Interpretation.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich Amphitryon im Maxim Gorki noch anzusehn, solange es läuft.

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Rumspringa

18. Januar 2009 · the_peppermint

Das ganze Wochenende höre ich mich nun schon durch die paar Songs von Rumspringa, die es auf ihrer MySpace-Seite zu hören gibt. Erst hab ich mich gewundert, wie eine Band aus L.A. zu einem doch sehr deutsch klingenden Namen kommt, aber Wikipedia klärt auf:

Rumspringa (also Rumschpringe or Rumshpringa, derived from the Deitsch term for “running around or jumping”) generally refers to a period of adolescence for some members of the Amish, a subsect of the Anabaptist Christian movement, that begins around the age of sixteen and ends when a youth chooses baptism within the Amish church or instead leaves the community.

Rumspringa, bestehen, ähnlich wie die Black Keys, an die sich mich auch ein bisschen erinnern, aus einem Drummer (Itaru de la Vega) und einem Gitarristen (Joey Stevens). Auch an andere Bluesmusiker erinnern mich Rumspringa. Zum Beispiel musste ich beim Song Run Amiss unweigerlich an John Lee Hooker denken.

Die Rumspringa-EP, ihre bis jetzt einzige Veröffentlichung, wenn ich das richtig sehe, ist leider noch nicht in Deutschland erschienen.

Auf Rumspringa gekommen bin ich durch ein Graffiti Video bei Spreeblick, das ich jetzt auch hier anstelle ihres Videos zu Goldmine poste, weil Goldmine nicht unbedingt ein repräsentativer Song für Rumspringa ist und mich das Video zum Song auch nicht überzeugt, das Graffiti-Video dafür umso mehr:

Bunny Kitty von Evan Romoff auf Vimeo.

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Buchempfehlung oder warum man manchmal auf Schwaben hören sollte

18. Januar 2009 · the_peppermint


Ich hab in dieser Neuköllner Studentenkneipe ohne Tapeten gesessen, ein bisschen in “Und Nietzsche weinte” geschmöckert, um mir die Zeit bis zum Konzertbeginn zu vertreiben, da werde von der Seite auf schwäbisch (was spricht man denn auch sonst in Neuköllner Studentenkneipen), angelabert und für meinen guten Buchgeschmack gelobt und man unterhält sich kurz über “Und Nietzsche weinte”.

Später bekomme ich dann einen Zettel zugesteckt mit dem Hinweis: Das musst du unbedingt lesen.

Das Buch hab ich dann einfach mal, ohne zu genau zu wissen, worum es sich handelt, auf meine Weihnachts-Wunschliste gesetzt, es dann auch bekommen und nun bin ich grad dabei es zu verschlingen.

Also von Schwaben in Neuköllner Studentenkneipen kann man halten, was man will, aber man bekommt gute Buchtipps. Vielleicht sollte ich mich mal wieder in diese Kneipe setzen. Ich hab das Buch fast ausgelesen und brauche bald eine neue Buchempfehlung.

Ach ja, das tolle Buch, was mir empfohlen wurde ist übrigens von Walter Moers und heißt: Die Stadt der Träumenden Bücher.

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Demetri Martin – If I

15. Januar 2009 · BrutusD

Wenn ihr euch grade Gedanken über euer Leben macht (“Wer macht das nicht, du Trottel!” – “Schon so der ein oder andere, du Wixer!”) also.. wenn ihr das macht, dann solltet ihr euch mal Demetri Martins Bühnen Programm mal ansehn

Mehr sag ich nicht. Einfach anschaun. Da führt kein Weg dran vorbei.

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München goes on and on and on and noch mal on

15. Januar 2009 · BrutusD

img_0335Die letzte Station meines Münchenaufenthalts sollte nun die Otto Falkenberg Schule sein. Ich war am Morgen irgendwie verunsichert. Ich hatte immer noch keine Kritik für mein Spiel am Donnerstag bekommen und war mir nicht mehr sicher, ob ich mich auf das verlassen konnte, was ich nach meinen Vorträgen gefühlt hatte. Ich war mir einfach nicht mehr sicher ob ich in der ersten Runde an der Everding wirklich so gerockt hatte. Denn das selbe Gefühl hatte mich am Tag danach ja nun nicht mehr weiter getragen. Oder lag es doch an etwas anderem? Wie gesagt verunsichert.

Nach einem längeren Gespräch mit meiner Schauspielmama meinem Mental-Coach besann ich mich. “Das alles ist ja eh eher eine Typ- und Geschmacksfrage, auf die ich wahrscheinlich wenig Einfluss habe.” Das einzige was ich in der Hand habe, ist mein Spiel für mich interessant und unterhaltsam zu gestallten – So wie ich es auch schon an der Everding getan habe.

Was ich beim Warten auf meinen “Auftritt” merkte, war dass das auch bedeutete, dass ich mein Repertoire ändern muss. Eine Besonderheit der Otto Falkenberg Schule ist es, dass man eine selbst erfundene Szene vorspielen muss. “Vorbereitet” hatte ich eine Szene in einem Arzt-Wartezimmer. Ein Mann isst beim Warten einen Apfel, fühlt sich dabei von den anderen Wartenden beobachtet und wird nervös. Er möchte den Apfel nun schnell hinter sich bringen und dabei kommt es zum Höhepunkt: er findet keinen Mülleimer oder andern Ort, an dem er den Griepsch loswerden kann. Er entschließt er sich den Griepsch mit Stiel und Kernen aufzuessen… Ja, genauso trocken, wie sich das hier liest kam es mir seit Wochen auch vor. Aber aus Angst nichts besseres als meinen Wartezimmer-Monolog zu finden, der so ganz ohne irgendein Wort gespielt auch mal wirklich gut und lustig war, hatte ich mich an keine neue Szene getraut.

Jetzt entschloss ich mich kurzerhand für eine neue Szene, die ich kurzerhand “Wie ich versuche meine Liebe mit einem Gedicht zu überzeugen” nannte. Im Grunde ist es einfach nur ein Liebesgedicht. Ich hatte es vor einiger Zeit geschrieben und schon längst mal bei einem Vorsprechen zum Besten geben wollen. Ich nahm mir vor es spontan einfach ein wenig Szenisch zu interpretiert. Jetzt fühlte ich mich wirklich bereit. Fast alle Unsicherheit war einem Gefühl gewichen ziemlich bewusst zu sein, das “Richtige” zu tun und in der richtigen Stimmung für den kommenden Test zu sein.

Mein Vorsprechen lief dann so: Ich kam in den Prüfungsraum, man begrüßte sich wie üblich freundlich, ich stellte mich vor. Ich fing mit Trepljow an. Ich spielte den Anfang so, wie es die Profs von der Everding von mir wollten. Weil mir diese echte Selbstsicherheit Trepljows gefiel, weil sie die Fallhöhe, die Tragikkomik der Figur erhöhte. Was ich da von mir gab fühlte sich ganz gut an – ach nein was sag ich – es fühlte sich überhaupt an.

Ich weis nicht ob es schon nach der ersten Rolle war oder nach der zweiten. Einer der Profs wollte mich schon verabschieden ich weis nicht ob im positiven oder negativen Sinn, er hatte jedenfalls genug gesehn, aber ein anderer wollte noch etwas sehn. Ich spielte meinen Mathieu. Danach schienen wieder alles bis auf dieser eine genug gehabt zu haben. Alles was ich daraus schließen kann, war dass er wohl irgendein Interesse an mir gehabt hat. Er wollte irgendeine meiner Facetten sehen, dich ich noch nicht gezeigt hatte. Ich wurde langsam ein wenig unruhig, was er denn wohl gern sehen könnte und wie ich ihn von mir überzeugen könnte.

Dann improvisierte ich also mein Gedicht. “Nun spielen sie noch den Mortimer, bitte!”, sagte er. Okay… vielliecht kann Schillers “Maria Stuart” mich raus reißen. Letzter Versuch. Ich beginne, spreche kaum drei Zeilen und denke “scheiße”. Und kurz darauf sag ich “scheiße” und “das war irgendwie nichts. Ich fang noch mal an.” Ich beginne nochmal, komme ein wenig weiter und dann hat wohl jener Lehrer gedacht “Scheiße, das wird nichts mehr”. Er sagte dann “Danke, sie können jetzt gehn” oder etwas ähnliches.

Zu dem nächsten wartenden Prüfling sagte er dann noch, dass sie jetzt erst mal fünf Minuten Pause machten. Toll. Ich hatte es jetzt wirklich verkackt. Ich wusste dass ich nicht das zeigen konnte was verlangt war. Natürlich ein wenig Hoffnung vielleicht doch interessant genug gewesen zu sein war noch in mir. Jedoch nicht genug um mich auf meiner Zugfahrt zu erinnern, bei der Schule anzurufen und mein Ergebnis zu erfragen. Das viel mir erst am Sonntag wieder an. Als ich dann Montags anrief war die Überraschung groß, dass meine Leistung tatsächlich für ein Weiterkommen gereicht hat.

All die Frustration ist nun weg. Und da ich im Februar (btw mit nun 4 Vorsprechen mein Super-Vorsprech-Monat) also wieder nach München fahre, musste ich diesen Post nicht mit “München goes on and on and on but then suddenly stops” überschreiben. Dafür können wir uns alle schon auf den Artikel “München goes on and on and on and nochmal on and dann sogar nochmal on” freuen, was nun wirklich ein besserer Titel ist.

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No Pants Day 2009

14. Januar 2009 · the_peppermint

Auch dieses Jahr haben Improve Everywhere wieder den No Pants Day veranstaltet. Weltweit sollen daran ca. 2500 Leute teilgenommen haben. In New York waren 1200 Menschen dabei. Dort wurde der No Pants Day auch schon zum achten mal begangen:

Direkt Hosen runter

Mehr zum diesjährigen No Pants Day gibt es hier und hier.

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Jamie T. – Fire Fire

14. Januar 2009 · the_peppermint

Jamie T. lässt endlich mal wieder was von sich hören. Der neue Song heißt Fire Fire. Ich finde ihn etwas krachig, was mich erst ein bisschen abgeschreckt hat, aber  je öfter ich ihn höre, desto besser gefällt er mir. Energetisch ist er allemal und gute Laune macht der Song auch noch. Man kann sich das Video dazu auf Jamie Ts Seite runterladen.

Direkt Fire [via StyleSpion & Spreeblick]

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München goes on and on and on

12. Januar 2009 · BrutusD

inneres Gleichgewicht trotz KälteDa ich am nächsten Tag meiner Münchentour nun doch kein Vorsprechen hatte, hatte ich kein Bedürnis mehr nach einem entspannten Abend und ging wieder mit einem Bekannten ins Theater. Diesmal in Rambo Richard III. im Münchener Volkstheater. Es war eine moderne Inszenierung mit eindrucksvollen Bildern. Bilder die großartige Fotomotive abgeben. Aber das wars leider auch schon. Dem “Rest” was vom Stück übrig blieb hing ein einziger Geschmack von Effekthascherei an. Richard entwickelte sich von einem erschreckend skrupellosen Brudermörder und Intriganten über einen erpresserischen Menschenhirnesser zu einem Wahnsinnigen, der sich und fast alle in seiner Umgebung in Tod und Vernichtung treibt und dabei von seiner Art zu schreien, Schlachtpläne zu schmieden und wütend zu sein leicht mit Bruno Gans’ “Endzeit-Hitler” verwechselt werden kann. Doch emotional ließen einen die Figuren alle ziemlich kalt.

Damit konnte ich den Tag natürlich nicht ausklingen lassen. Ich und mein Bekannter setzten uns noch zu Pizza, Bier und einer unglaublichen N24-Doku über asiatische Schönheits-Ideale und -Operationen zusammen. Mir war nüchtern schon lange nicht merh sooooo schlecht. Jetzt war ich fertig.

Den nächsten Tag begann ich mit einem Besuch im neuen Applestore in München, bei dem ich ohne Probleme mein kapottes iPhone-Ladekabel tauschen konnte. Das hört sich jetzt ziemlich umspektakulär an, aber da ich in Berlin im Gravis die Erfahrung gemacht habe von einem Mitarbeiter zum nächsten weiter gereicht worden zu sein, bin ich von dieser Manifestation des Applestore-Feenstaubes doch begeistert. Wer die Möglichkeit hat, mal in einen Applestore zu gehn, sollte es probieren. Es gibt kostenloses WLAN, fast so viel Personal, wie Kunden und was an dem Tag wichtig war: es ist warm.

Als das erledigt war stapfte ich weiter durch München. Ein längerer Schlenker über den Viktualienmarkt (nnn keine Weißwurscht – die sind bäää) dann vorbei am Isator und zum Odeonsplatz. Im wunderschön frühabendlichen Licht ist dort obiges Foto entstanden.

Mein Tourie-Programm und den Abend beendete ich dann in der alten Pinakotek. Wie schon vom freundlichen Tipgeber beschrieben sind nicht nur die dort ausgestellten Bilder sondern auch das Gebäude an sich einen Besuch wert. Auch die Neue Pinakotek und die Pinakotek der Moderne sind schön anzusehn. Nur was Pinakotek bedeutet weis ich noch nicht. Ich könnte ja eigentlich mal – einen Augenblick… nein, auch das überfliegen des Wikipedia Artikels brachte keinen Aufschluss über die Namens Herkunft.

Entschuldigung fürs aprubte Ende. Now something completely different:

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