Auf dem Nachhauseweg aus der Sneak (Männer im Wasser, sehr guter Film) komme ich gut gelaunt an meine Haustür. Ein mir unbekanntes aber nettes Paar hält Sie mir und meinem Fahrrad auf. Man quackelt ein bisschen und steigt in den Aufzug. Er drückt die 4 ich die 6 - ganz oben. Sie fragt mich, wie man da so wohnt. Ob es nach hinten raus ist. Dort ist es leiser oder?
Zuhause kam mir die viel befahrene Straße vor der Tür nie so laut vor, wie sie eigentlich ist. Ich habe das Straßengeräusch nie so als Straße wahr genommen. Abends wenn ich im Bett lag, fühlte es sich mehr nach etwas angenehmem an. Etwas das ich seit dem in anderen Wohnungen öfter schon mal vermisst habe. Ein wenig trauere ich ihm jetzt schon nach. Es klingt für mich ein wenig wie Meeresrauschen.
Nun fragt sie plötzlich ob das oben auch 3 Zimmer sind.. oh? Wie bitte - denk ich - ich bin so furchtbar schlecht in solchen Zählungen. Zählt der Flur als eigenes Zimmer, der ist nämlich ziemlich groß. Und die Küche? Das Bad wahrscheinlich nicht. Wie viel Zimmer sind da denn von denen ich mir sicher bin, dass es auch Zimmer sind……. 2, 3, 4?! Ich entscheide mich einfach mal 3 zu sagen, um nicht blöd zu wirken. Aber jetzt erst merke ich, was hier eigentlich los ist. Sie interessiert sich für die Wohnung.
“Sagen sie, da wird wahrscheinlich nicht bald was frei?” Ich überlege eine kaum wahrnehmbare Ewigkeit und sage dann “Doch das ist durchaus möglich”.
Erst jetzt wo sich die Fahrstuhltür wieder schließt und ich alleine bin, wünsche ich mir, ich hätte das nicht gesagt. Sie hat beim Weggehen noch gemeint, dass sie sich dann ja glatt mal erkundigen müsste.
Fremde, ja vielleicht oder wahrscheinlich sogar unsympathische Leute werden bald oder auf kurz oder lang, diese 2-4 Räume bewohnen. Werden umtapezieren. Teppich oder Laminat verlegen, das Bad neu kacheln, eine neue Küche einbauen. In der Wohnung, die jetzt seit 23 Jahren mein Zuhause ist, oder wenigstens das Mutterschiff.
Als mein Burder zum studieren weg zog, als ich aufs Internat ging, als mein Bruder im Ausland studierte, als ich zum Bund ging, als ich dann auch studierte, immer war diese Wohnung der Heimathafen. Selbst vor meinem Bruder und mir haben meine Eltern schon 20 Jahre, als erste Mieter nach der Erbauung hier gewohnt.
Ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, und das auch nur sehr schwach, dass sie renoviert wurde. Wenn mir etwas in meinem Leben Beständigkeit, Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft gegeben hat, dann diese Wohnung. Seit über 20 Jahren die annähernd gleichen Möbel und seit einer gefühlten Ewigkeit die gleiche Tapete. Und seit der Erbauung das immer gleich Bad und die immer gleiche Küche. Gibt es so etwas heute überhaupt noch???
Und jetzt, scheint es mir, schaut mich der Türspion traurig an, als ich vor der Tür stehe und aufschließe. Drinnen viele Kartons, der Esstisch voll mit Akten, die Küche voll mit meinen Einkäufen. Und die Wanduhr und die Kuckuks-Uhr ticken schon länger nicht mehr, da mein Bruder und ich sie vergessen oder pausiert haben.
Es ängstigt mich, dass diese Wurzel bald abgetrennt seien wird. Manchmal stark und kaum auszuhalten, als Hilflosigkeit, manchmal schwach als Melancholie. Aber immer wieder merke ich, dass diese Wurzel längst getrennt wurde, als die Bewohner dieser Wohnung nicht mehr zurück kamen.
Nur - und das jetzt richte ich auch an meinen Bruder, sollte er das lesen - nur die Zuversicht  ist dank meiner, unserer Eltern nicht nur in diesen Mauern, sondern auch in mir verwurzelt. Darüber bin ich sehr glücklich und dankbar.
Trotzdem. Ich vermisse euch!
“Wir haben schon immer eine Lösung gefunden”; “Man muss sich nur richtig anstrengen dann wird das wieder”; “schau genau”
Ich habe jetzt schon seit einiger Zeit keinen Fernseher mehr. Viele Leute, denen ich das erzähle, gucken mich dann fragend an und wollen wissen, ob mir das nicht irgendwie fehlt: Keine Nachrichten, keine Dokus, keine Filme, keine Serien? Aber mir fehlt tatsächlich nichts. Alles was ich brauche kann mir genauso gut oder sogar besser das Internet bieten und ich habe nicht mehr den Effekt, dass ich viel länger vor dem Fernseher hängen bleibe als ich eigentlich wollte:
Im letzten November sind wir 2 Jahre alt geworden.
Eigentlich ein Grund zum Feiern. Und was schenkt man so einem Blog zum Geburtstag? Richtig, eine Abmahnung. Yeha eine Abmahnung, endlich nimmt man uns ernst. Wie es dazu kommen konnte?
Im Artikel “München goes on and on and on and nochmal on and dann sogar nochmal on” gab es einen Download-Link zu einem Word-Dokument, das einen Text von Karl Valentin enthielt. Karl Valentin ist zwar schon tot, aber das Urheberrecht für diesen Text noch nicht erloschen.
Das Urheberecht für ein Werk erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers und der rechtliche Vertreter fanden das (wohl im Namen der Erben Karl Valentins) nun nicht lustig, das man sich diesen Text bei uns runterladen konnte. Und anstatt das mal auszudrücken, schickte man uns beiden eine Abmahnung.
Da wir nun keine Zeit und Lust hatten uns weiter mit diesem Geraffel zu beschäftigen (wir wollten auch sicher gehen, keine weiteren offensichtlichen Urheberrechtsverletzungen in anderen Artikeln zu haben) lag Informationsschaum für eine Weile brach.
Jetzt kribbelt es uns aber wieder in den Fingern. Hat man einmal angefangen lässt einem das Bloggen wohl keine Ruhe mehr.
Das war auch ein guter Zeitpunkt, um über eine neue Tapete nachzudenken (und vielleicht auch ne Fußbodenheizung zu verlegen). Wir sehen das mal als work in progress, aber der Anfang ist getan.
Wir freuen uns auf das was noch kommt (in unseren Köpfen schwirren schon ein paar schöne neue Ideen umher), wir freuen uns, wenn all die alten Artikel wieder zur Verfügung stehen, und wir hoffen, dass wir uns in Zukunft keine Abmahnung mehr einfangen. Und wenn dann sollte es wenigstens für etwas wirklich cooles sein und nicht für so ein bescheuertes Word-Dokument, sonst ist sowas einfach zu teuer.
Ich denke, dass alle Künstler ein Motiv haben, das sie bewegt, das sie inspiriert und antreibt. Es gibt vielleicht kleine Ideen und Ziele, zum Beispiel Leute zu unterhalten, berühmt zu werden, sich auszudrücken oder annerkannt zu werden. Und es gibt große Ziele zum Beispiel ein Weltstar zu werden oder sogar in die Geschichte einzugehen. Und es gib “so mittlere” Ziele, die zwischen diesen beiden Ebenen liegen. Der Wunsch sich für etwas einzusetzen, für etwas zu kämpfen, für neue Impulse und Gedanken.
Ich meinte, dass in unserer Gesellschaft keine wirklich revolutionären Ideen mehr gibt, vielleicht mal ein paar technische Neuheiten hier und ein bisschen weniger Überwachung und Restriktion durch den Staat da, aber wirkliche Inovation gab es nicht. Dabei habe ich eine Idee, von der ich schon öfter gehört hatte ganz außer Acht gelassen.
Eine Idee, die wirklich das Potential besitzt, unsere Gesellschaft ähnlich tiefgreifend zu verändern wie einstige Utopien von der Gleichberechtigung von Frauen oder Schwarzen, ist die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommmen.
Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet, dass jeder Bürger ein Einkommen auf Kulturminimum bekommt. Dieses Kulturminimum liegt über dem Existenzminimum, sodass der Empfänger ein menschenwürdiges Leben führen kann (also Miete, Lebensmittel, aber auch mal ein Kinobesuch, oder ein Abend in einer Bar). Es ist aber auch nicht so hoch, dass man allein damit ein Leben in Saus und Braus führen kann.
Gleizeitig werden alle steuerlichen Abgaben auf Unsere Arbeit abgeschafft. Finanziert wird es stattdessen durch eine wesentlich erhöhte Mehrwertsteuer. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wird jeder Bürger wirklich mündig und bekommt die Fähigkeit “Nein” zu sagen.
Wer sich jetzt nur wtf denkt oder Interesse gefunden hat, der sollte sich die 13. Ausgabe der Gesellschafter mit Tim Pritlove und Götz Werner anhören.
Soo meine Freunde und Geliebten, auch wenn es nicht so scheint, viel habe ich -heute- noch nicht getrunken (Nix um ehrlich zu sein). Aber das kommt noch.
Die gesamte Informationsschaum-Redaktion wünscht ihrer immensen Leserschaft jedenfalls wundervolle Rutsche .. Rütsche… Rutschs..es… ins neue Jahr. Wir freuen uns jetzt schon Euch mit weiteren… Dingen … aus unserem Leben … begeistern zu dürfen.Â
Wir wünschen Euch alles gute und viel Erfolg für all Eure Vorhaben!
Das ist mir auch schon auf dem Karneval der Kulturen aufgefallen. Was sprechen die Leute eigentlich immer von Konflikt zwischen verschiedenen Kulturen?? Alle verkaufen Caipirinias und  trommeln ganz laut. Oder ist das jetzt echt zu oberflächlich?
Und auch der Generationenkonflikt. Ich glaube den gibts gar nicht. Wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann wiederholt sich doch alles nur - oft halt ein wenig abgewandelt
Jedes Mal, wenn ich mein Zuhause verlassen will, muss ich einen Aufzug benutzen. Dieser ist von Innen mit geprägten Metall-Platten verkleidet. In diesem Metall spiegelt sich zwar alles wieder, aufgrund seiner besonderen Oberfläche aber nur sehr verschwommen und undeutlich.Â
Habe ich erzählt, dass ich nur im Auto Radio höre. Nein?! Is aber so. Jedenfalls lief heut zufällig Trackback. Schade, ich hätt gern was anderes gehört. Trackback kann ich ja später noch als Podcast hören, das restliche Fritzprogramm jedoch kaum. Irgendwie hatte ich diesmal so “on the Road” mehr Inspiration als sonst, denn diesmal hatte ich eine Idee.
“Trackback - die Schowwww mit dem Internet und soooooo” wie sie sich im Moment noch nennt (beziehungsweise die Bezeichnug und auch die Betonung, mit der sie von Markus Richter immer (an)moderiert wird) braucht nämlich, wie jeder merkt eine neue… naja Unterüberschrift (ich hab jetzt vergessen, wie so Medien-Leute das nennen). Da suchen die wohl schon ne ganze Weile nach.
Naja also heute hatte ich wie gesagt die Idee:
Trackback - Die Sendunggggg mit dem Internet in Verwendunggggggg
die ist geil(er), weil
Anglizismen eh doof sind
meine Idee mindestens genauso holprig klingt wie die alte, aber kühler ist
Also Liebe Fritzen, ich vordere euch hiermit auf, auf der Stelle eure Sendung umzubenennen.
Wer jetzt meint ich mein das nicht ernst, der hat ab jetzt Informationsschaum-Verbot.